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Partnerschaftsbesuch

19.06.2016

Ministerin beim polnischen Abend

GEDERN. Ein strammes, vom Gederner Verschwisterungsverein organisiertes Programm absolvierte die 50-köpfige Gruppe aus der polnischen Partnerstadt Polanów. Die Aktivitäten an den drei Tagen erstreckten sich vom Besuch des Keltenmuseums auf dem Glauberg bis zur Windkraftanlagen-Baustelle bei Wenings. Höhepunkt der gemeinsamen Unternehmungen war jedoch der polnische Abend im Gasthaus ,,Zur Birke" in Burkhards, wo Hessens Staatsministerin Lucia Puttrich (Europa- und Bundesangelegenheiten) zur Gruppe stieß und sich bemerkenswerte folkloristische Auftritte anschauen konnte, die in erster Linie von der Landfrauengruppe aus Polanów gestaltet wurden.

Puttrich nutzte die Gelegenheit, sich als für Europaangelegenheiten Hessens zuständige Ressortchefin mit Gästebürgermeister Grzegorz Lipski und dem in Polanów beheimateten Vize-Landrat Darius Kalinowski (Landkreis Köslin) über die kommunalen Besorgnisse in Polen unter der neuen ultrakonservativen Regierung zu unterhalten. Beide (der deutschen Sprache mächtig) nahmen kein Blatt vor den Mund und machten deutlich. dass aus Warschau bis hin in die Provinz unerfreuliche Bestrebungen beim Besetzen von Posten und Positionen im Gange seien. Da müssen alle in Europa sehr wachsam sein", befand die Ministerin.

Puttrich hatte zudem vernommen, dass tags zuvor bei der Begrüßung der Polen in der Gederner Schloss-Remise der polnische Vize-Konsul aus Köln sich im Ton vergriff und europakritische Äußerungen anbrachte, die dieser Freundschaft auf kommunaler Ebene in keiner Weise gerecht wurden. Die Ministerin, selbst mehrmals in offizieller Mission in Polen, zeichnete deswegen ein ganz anderes Bild „Wir müssen zusammenstehen, Europa eventuell neu strukturieren, aber nicht infrage stellen". lobte das 25-jährige Bestehen des deutsch polnischen Nachbarschaftsvertrags, der insbesondere von Menschen an

der Basis mit Inhalten erfüllt und positiv gelebt werde. ,,Gedern und Polanów sind dafür ein gutes Beispiel. Als damalige Bürgermeisterin von Nidda habe ich das sehr genau beobachtet und hielt ich es auch wegen der sprachlichen Barrieren für sehr mutig, dass beide Kommunen 2003 erstmals offiziell zusammenkamen. Aber es hat sich gelohnt." Auch deswegen. weil Feuerwehren, Schulen und viele andere Einrichtungen sich für die Partnerschaft engagieren. Dass sich die jungen Leute dafür begeistern, ist besonders lobenswert und macht Hoffnung."

Welche Wertschätzung Puttrich den partnerschaftlichen Projekten zwischen Gedern und Polanów entgegenbringt, wurde deutlich, als sie dem stellvertretenden Verschwisterungsvereinsvorsitzenden Reinhold Landmann einen Scheck über 500 Euro zur Verwirklichung gemeinsamer Bemühungen auf beiden Seiten überreichte. was Beifall aller Anwesenden erzeugte.

Die polnischen Gäste ließen es nach dem offiziellen Teil richtig krachen. bewirteten ihre deutschen Freunde mit viel Freude und tanzten gemeinsam in die Nacht. Die Misstöne des Vize-Konsuls waren da längst vergessen.

Quelle: Kreis-Anzeiger für Wetterau und Vogelsberg,

Autor + Bild: Michael Giers

 

Foto: Ministerin Lucia Puttrich überreichte dem stellvertretenden Vorsitzenden Reinhold Land-mann einen Scheck mit beachtlichem Betrag für die weitere Vereinsarbeit.